Wissenswertes - Pipes

Allgemeines
Die Ursprünge des Dudelsacks (engl. bagpipes oder kurz pipes) werden entgegen der landläufigen Meinung nicht in Schottland sondern auf der Balkanhalbinsel oder in Kleinasien vermutet. Erste gesicherte (schriftliche) Erkenntnisse zu dieser Instrumentengattung stammen ungefähr aus dem Jahr 1 000 nach Christus. Es gilt jedoch als unbestritten, dass die ersten Dudelsackinstrumente viele Jahrhunderte älter sind.
Dudelsäcke oder Sackpfeifen, wie sie in Deutschland oft genannt werden, sind weltweit verbreitet.
Allen liegt dasselbe Grundprinzip zu Grunde: Luft wird in einen Sack aus Leder (neuerdings auch Kunststoff) geblasen, um sie anschließend wieder über die Spielpfeife und die Bordunpfeifen heraus zu pressen. Während mit der Spielpfeife die Melodie gespielt wird, erzeugt jeder Bordun einen für dieses Instrument typischen Dauerton (Brummen).
Die Luft gelangt entweder mittels eines Mundstückes oder eines Blasebalgs in den Sack.Die Tonerzeugung selbst erfolgt über Rohrblätter (engl. reed), die traditionell aus Schilf gefertigt werden. Neuerdings kommt auch hier Kunststoff zum Einsatz.

Northumbrian Smallpipes
Die Northumbrian Smallpipes (nachfolgend Smallpipes genannt) stammen aus Englands nordöstlicher Grafschaft Northumberland. Sie gelten als technisch sehr weit entwickelt. Auf Grund ihrer zylindrisch gebohrten Spielpfeife gehören die Smallpipes zu den leisen Vertretern ihrer Gattung. Sie werden deshalb auch zuweilen als das Kammermusikinstrument unter den Dudelsäcken bezeichnet. Weiter zeichnen sich die Smallpipes durch einen sehr großen Tonumfang aus, was sich in der Vielfalt der spielbaren Literatur niederschlägt. Der große Tonumfang resultiert aus der Tatsache, dass die Spielpfeife nicht nur 9 Löcher besitzt, wie es beispielsweise beim schottischen Dudelsack der Fall ist. Sie besitzt vielmehr zusätzlich noch bis zu 17 Klappen an der Spielpfeife.
Als Besonderheit der Smallpipes darf auch gelten, dass sie als einzige mittels geschlossener Spielweise zu spielen sind. Dies bedeutet, dass stets nur ein Loch der Spielpfeife entweder mit einem Finger oder einer Klappe geöffnet wird. Jedem Loch ist also ein bestimmter Ton zugeordnet. Demgegenüber steht beispielsweise die halboffene Spielweise des schottischen Dudelsacks, bei der ein bestimmter Ton teilweise durch das gleichzeitige Öffnen mehrerer Löcher erzeugt wird.
Weiterhin ist noch erwähnenswert, dass die Smallpipes zum Spielen verschiedener Tonarten geeignet sind. Zum einen ist dafür die Hohe Zahl der Bordune (bis zu fünf) mit der Möglichkeit des Umstimmens verantwortlich und zum anderen können sie mit Spielpfeifen verschiedener Tonarten bestückt werden.
Darüber hinaus ist noch anzumerken, dass die Smallpipes durch die Entwicklung eines im Sack integrierten Mikrofonsystems problemlos elektrisch verstärkt werden können und sich daher uneingeschränkt in jede beliebige Band integrieren lassen.
Abschließend möchte ich noch dem deutschen Dudelsackbauer Uwe Seitz aus Adelsheim für den Bau meiner Northumbrian Smallpipes danken.